Leseproben

Das Wort lebt länger als die Tat. (Pindar)

Irene Graefe, Journalistin

Ein Herzinfarkt auf Probe, ein neu erfundener Job,
Menschen mit Flugangst, ein Pfarrer zum Mieten, Führungskräfte aus aller Welt in Nordhessen ... Eigentlich gibt es nichts, worüber sich nicht eine spannende Geschichte schreiben ließe. Einen kleinen Auszug von dem, worüber ich schwarz auf weiß geschrieben habe, finden Sie hier.

 

Simulatortraining: Ernstfall garantiert


... In der Gründungsphase des Simulationszentrums 1998 wurden Rall und seine Mitstreiter als „Puppenspieler“, die „Softskills für Softies“ anbieten, abgetan. „Ich habe dann immer gefragt, was besser ist: Ein Team, das noch nie einen Menschen mit Herzinfarkt reanimiert hat und jetzt vor dieser Aufgabe steht, oder ein Team dass die Reanimation vorher simuliert schon geübt hat“, erinnert er sich. Inzwischen jedoch seien die meisten vom Simulationstraining überzeugt. Mehr als 4000 Studenten und über 3000 Mediziner haben im TüPASS schon trainiert. ...
HealthcareJournal, 2/2010

 

Längst mehr als ein Modell: Case Management in Speyer


„Ich hatte es im Blut“: Sandra Geiger ist Case Managerin am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus in Speyer. Und was sie im Blut hatte, konnte sie eigentlich bis zum Jahresende 2006 so genau gar nicht wissen. Denn bis dahin gab es ihren Job nicht. Allerdings hatte die damals 28-Jährige Krankenschwester zusammen mit ihrem Mann einen Fernsehbeitrag über Überleitungsmanagement gesehen und gedacht, „das ist es!“ Als sie einige Tage darauf gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könne, ins neu zu schaffende, sektorenübergreifende Case Management einzusteigen, sagte sie zu. ...
HealthcareJournal, 2/2011

 

Wir setzen auf Aufklärung.
Impfwoche sensibilisiert Ärzte und Patienten


... „Im Praxisalltag ist es nicht immer einfach, auch den Impfstatus des Patienten noch mit zu erfassen“, weiß der Kasseler Internist und Hausarzt Niemetz. Dennoch ist er sich sicher, dass ein routinemäßiges Nachfragen die Sensibilität auf beiden Seiten – Arzt und Patient – erhöht. „Wenn ich selbst geimpft habe oder im Gespräch den Impfstatus erfasse, vermerke ich das natürlich in der Patientenakte. Während der Beratung einen Blick auf den Impfpass zu werfen, ist ja nicht kompliziert“, berichtet er aus seiner Praxis. Der Baunataler Kinder- und Jugendarzt Bleckmann hat für sich und sein Personal inzwischen eine Routine eingeführt: Zur Früherkennungsuntersuchung U3 (4./5. Lebenswoche) ihres Kindes fordert er die jungen Eltern auf, ihre eigenen Impfausweise mitzubringen. „Ich frage auch nach der Familie, Großeltern, Geschwistern und wer immer etwas mit dem Säugling zu tun hat“, erläutert der Pädiater. Denn immer häufiger stecken sich Neugeborene und Säuglinge mit Keuchhusten oder Masern bei ungeimpften Erwachsenen in ihrer Umgebung an.
DOXS Magazin 1/2012

 

Ein Flecken für Herz und Seele


Ronald McDonald Haus Bad Oeynhausen: Zufluchtsort für Eltern schwerstkranker Kinder ...

Michelle (3) fühlt sich wieder wohl, seit sie mit Mama Natalie im Elternhaus nahe der Klinik für angeborene Herzfehler in Bad Oeynhausen leben darf. Eigentlich war sie bei der Oma in Herdecke geblieben. Doch es schlug ihr schwer auf die Seele, dass sie nicht bei Mama und ihrem heißgeliebten Bruder sein konnte. Also zog sie mit ein. ... Das Größte ist natürlich, Baby Jason in der Klinik besuchen zu dürfen. "Guck mal, das ist mein Bruder!" ruft sie mit Stolz in der Stimme, nachdem Mama den kleinen Mann in der Rotzlöffelstraße auf der Kinderstation abgeholt hat. ...
Kasseler Hospital, Zeitschrift für Palliativ- und Hospizarbeit 1-2/2004

 

Den Pfarrer mieten


.... „Viele haben gesagt, wenn es ,Rent a Pastor’ nicht gegeben hätte, hätten sie sich nicht getraut, mich einzuladen.“ Das Bild vom termingehetzten Pfarrer, der für den Einzelnen keine Zeit hat, sitze tief. Leider sei es noch nicht einmal immer falsch, „ich kann so ein Angebot nur im Sommer machen, wenn sonst nicht so viel los ist“. Aber dann ist es keine Einbahnstraße: „Mir macht es Freude, ich finde die Fragestellungen klasse“, schwärmt er und erlebt die meisten Treffen erfrischend unkompliziert: „Ich begegne den Leuten einfach mit dem Wissen, das ich habe“ – einen festen Antwortkatalog auf alle Fragen dieser Welt gibt es nicht. ...
Blick in die Kirche, 2/2012

 

Der Angst entfliegen


... Acht Jahre lang hat die Wissenschaftlerin kein Flugzeug mehr bestiegen. Seit fünf Jahren liegen bei dem Touristikexperten die Unterlagen für das Wochenend-Seminar "Entspannt fliegen" unangetastet herum. Und jetzt ist es so weit: Gemeinsam mit vier Leidensgenossen sitzen sie in einem Konferenzraum am Hannoveraner Flughafen und schütten Diplom-Psychologin Heidi Rieß ihr Herz aus. Tränen fließen bei der Schilderung, wie "die andere Person in mir nicht fliegen will." ... Flugkapitän Rolf Stünkel hat keine Furcht, aber Respekt vor der Fliegerei. "Sicherheitsindustrie" nennt er sein Metier ...
Mobility & Business 5/2004

 

Steife Brise erwünscht


... Doch ist Wind ein verlässlicher Energielieferant? „Ja“, antwortet Ralf Paschold, „nicht nur an der Küste, auch in Nordhessen gibt es gute Standorte für Windkraftanlagen.“ Als externer Projektentwickler begleitet er mit seinem Ingenieurbüro für Regenerative Energie in Hofgeismar das Pilotvorhaben der Werke von den ersten Gedankenspielen bis hin zum Betrieb des Windparks. Er erkennt besondere Umsicht bei den Städtischen Werken, wenn sie sich die Zeit nehmen, den Standort im Niestetaler Ortsteil Heiligenrode ein Jahr lang zu analysieren. Projektchef Heibert erklärt, warum: „Wir wollen einen hocheffizienten Windpark errichten und keine Investitionsruine in die Landschaft stellen.“ ...
Fakt 1-2011, Kundenzeitschrift Städtische Werke Kassel

 

Trommeln für Nordhessen


Grüne Hügel und Wälder, Orte mit schnuckeligen Fachwerkhäusern, ein unaufgeregtes Oberzentrum Kassel: Führungskräfte, die in weltweit operierenden Unternehmen an den Stellschrauben drehen, zieht´s wohl kaum nach Nordhessen? Weit gefehlt: Kluge Köpfe suchen nicht unbedingt eine Stadt mit Wolkenkratzer-Skyline und Dauermeldungen über Verkehrsstaus rund um "Mainhattan". Sie wissen die Kombination von ruhiger Umgebung und interessanten beruflichen Herausforderungen durchaus zu schätzen. ...
Wirtschaft Nordhessen, 8/2004

 

Wie einfach dürfen Journalisten schreiben?


Hart ins Gericht ging Bundestagspräsident Wolfgang Thierse mit bundesdeutschen Medienmachern ...

Die Rede "sei eine Ohrfeige für jeden ernsthaft bemühten Journalisten", meint Dr. Uwe Zimmer, Chefredakteur der Neuen Westfälischen in Bielefeld. ... Ulrike Trampus, Chefredakteurin beim Wiesbadener Kurier fragt: "Beklagt Wolfgang Thierse etwa nun, dass die Regierung die Geister, die sie in guten Zeiten rief, in schlechten nicht mehr los wird?" ...
"Drehscheibe" 15/2003, Initiative Tageszeitung Bonn


 

13. Wurzel aus 100-stelliger Zahl unter 13,55 Sekunden


Wenn ein Zahnarzt eine Wurzel zieht, ist das meist schmerzhaft und dauert ein Weilchen. Wenn Gert Mittring eine Wurzel zieht, tut das überhaupt nicht weh und passiert sekundenschnell. Der Weltmeister 2004 im Kopfrechnen will am Dienstag, 23. November, im Mathematikum in Gießen einen Weltrekord aufstellen. In weniger als 13,55 Sekunden möchte er die 13. Wurzel aus einer 100-stelligen Zahl ziehen. Albrecht Beutelspacher, Chef des ersten mathematischen Mitmach-Museums, wird ihm in seiner Talk-Reihe "Mathematik auf dem Sofa", Beginn 18 Uhr, die knifflige Aufgabe stellen. ...
Mathematikum, Pressemitteilung 28. Oktober 2004

 

Wohnen und leben, wie man's kennt


In den letzten Jahren hat ein Umdenken eingesetzt: Es kann nicht darum gehen, altersverwirrte Menschen in das Schema eines Pflegeheims zu pressen.

"Das muss ja auch gemacht werden", sagt die alte Dame. Bügeln! Für manche eine lästige Hausarbeit, für die rüstig wirkende Frau lebensnotwendig. "Prinzip Alltagsnormalität" heißt das Motto der Hausgemeinschaft in Wetter. ... Vertraute Abläufe wie Frühstück, Mittag- und Abendessen regeln den Tag. Sie knüpfen an Gewohnheiten aus dem früheren Leben an. Das schafft Vertrautheit, irritiert nicht, führt zu Wohlbefinden. ...
Diakonieaktiv, Oktober 2004


 

Geborgenheit im Adlerhorst hoch in den Bergen


Wo Mädchen und Jungen fernab vom Flüchtlingslager wieder ganz normale Kinder sein dürfen ...

Sind das die Kinder, die eben erst dem tristen Flüchtlingscamp entronnen sind? Kamila, Saira und Tamila könnten mit ihrem Lied auch den Saal im Coburger Stadtjugendheim zum Toben bringen. Nur ihre Erfahrungen unterscheiden sie von ihren deutschen Altersgenossen. Islam lebt in Aki Jurt (Inguschetien) mit sieben Menschen in einem Zelt. Kamila teilt sich einen Bretterverschlag in einer Scheune mit zehn Erwachsenen und Kindern. Dabei besaß ihre Familie in Tschetschenien bis September 1999 ein großes Haus. Islams Familie blieb so lange wie möglich in der eigenen Wohnung. "Doch als die Bomben kamen, mussten wir weg." ...
Coburger Tageblatt, 30. Juni 2001


 

Neuseeland: Vertraut - und doch verfremdet


... Die kleine sechssitzige Cessna schraubt sich langsam in die Höhe. Messerscharfe Felskanten im Nachmittagssonnenlicht. Dann die große weiße Wolke am Grat des Aoraki. Noch Fragen, warum die Maori bis heute Aotearoa zu ihrem Land sagen? Nein, Neuseeland ist Aotearoa, das "Land der großen weißen Wolke". Da hatten die Polynesier, die vor gut 1000 Jahren einwanderten, schon Recht. Und heute, da sich die weißen, europäischen Siedler darin gefallen, die Ausdrücke der Maori tourismuswirksam einzusetzen, prangt das Wort Aotearoa in jedem Souvenirladen auf T-Shirts, darf der höchste Berg (Mt. Cook, 3754 Meter) wieder Aoraki (Weiße Wolke) heißen. ...
Kieler Nachrichten, 27. April 2001